Paulchen dreht schon in der Box durch - er rennt von der einen Ecke in die andere und will sich am liebsten unter der Futterkrippe verkriechen. Was ist geschehen? Ein unbekanntes Wesen begleitet seine neue Freundin. Ein fremder Mensch - Hilfe!!
Die Freundin und ihre Assistentin lassen sich nicht beirren und ziehen die Routine durch. Er lässt sich von dem unbekannten Wesen brav durch die Halle führen - nur am Nicht-Stillstehen erkennt man seine Nervosität. Beim Longieren beruhigt er sich zusehends, da fährt ein unsichtbares Ratterteil um die Halle. Dann fliegt auch noch ein Vogelschwarm vor dem Fenster vorbei. Armes Paulchen, heute ist er wirklich gefordert. Die Reaktionen unseres wilden Mustang sind beeindruckend: nicht einmal hüpft oder buckelt er. Das Rüttelteil lässt ihn eine Runde schneller rennen, bei den Vögeln bleibt er wie elektrisiert stehen, bis sie verschwunden sind. Immer bleibt er ansprechbar und bemüht sich, seine Aufgaben durchzuziehen.
Stephan hat keine Probleme mit dem unbekannten menschlichen Wesen - dazu ist er zu routiniert. Sein unbekanntes Wesen ist ein zu großer Sattel, der im Trab anfängt, auf seinem Rücken zu hoppeln. Der Arme hat keinen Rückblickspiegel, er weiß nicht, was da hinten auf ihm herumklappert. Er versucht die Fassung zu wahren, wird aber Runde um Runde schneller. Ein Teufelskreis, denn je schneller er wird, desto mehr töst es auf seinem Rücken. Zweimal galoppiert er sogar ohne Aufforderung an - das macht die Not nicht besser. Also rennt er im Trab. Und rennt. Und rennt. Sieben Runden mit der Aufforderung "Scheeerittt" später bleibt er schlagartig stehen.
Tapfer lässt er sich zu erneuten Runden im Trab überreden. Hoffentlich rennt er uns nicht noch nach Rom.

Am Nachmittag stelle ich mich einer Aufgabe, vor der ich seit drei Monaten scheue - ich gehe in den Pferdezubehörladen und kaufe Halfter für meine Helden. Paulchen ist so durch den Wind, dass er es nicht anprobieren lässt. Stephan lässt es sich anziehen und wartet gebannt, ob es anfängt zu klappern. Erstaunt schaut er mich an - es klappert nicht und er darf es auch wieder ausziehen.
Abends rettet Onkel Oli die Nation, indem er einen kurzen Sattel in meinen Kofferraum packt. Und am nächsten Morgen lacht mich der Cheftrainer der Junx aus - die Halfter sind teurer Unsinn. Aber dazu später mehr - jetzt wird geostert.
Fröhliche Ostern!
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