Samstag, 22. März 2008

Wie büdde?

Unsere Junx sind eine echte Herausforderung. Nicht weil sie den Erwartungen nicht entsprechen. Im Gegenteil.

Vor einigen Wochen sprachen wir darüber, wie willig sie an der Longe arbeiten und einen Gurt akzeptieren. Sollte man nicht doch versuchen, sie einzureiten? Bei unserem letzten Besuch hat mich die Skepsis ihres Trainers dann sofort überzeugt: Trense, Ausbinder etc - das wird doch eher zuviel angesichts ihres Alters.

Entsprechend war ich gepolt, als ich sie diese Woche für ein paar Tage besuchte. Und entsprechend baff war ich, als die Schlingel mir am Dienstag ihre neue Freundin vorstellten. Die geneigte Leserschaft möge beim Betrachten der folgenden Bilder berücksichtigen, dass ich aus verschiedenen Gründen die Einstellungen der Kamera nicht immer im Griff hatte. Die neue Freundin ist alles andere als ruhig und leise, sie behandelt die Junx vielmehr, als seien sie Profis. Und was machen meine beiden scheuen, zarten Seelchen? Sie benehmen sie wie Profis. Ist eigentlich logisch, nachdem sie schon die Ewigkeit von dreimal mit ihrer neuen Freundin gearbeitet hatten.

Als erstes erfahre ich, hat sie sich auf den Rücken unseres Seelchens Paulchen gesetzt. Einfach so in seiner Box. Zum Dank lässt er sich unangebunden putzen und zum dritten Mal in seinem Leben auftrensen.







Ist die Satteldecke mit Baldrian beschichtet?


Oder wurde da heimlich schon seit Januar trainiert? Nicht einmal Stephans Wiehern bringt Paulchen aus dem Konzept.


Seine Longiertrainerin kennt er schon seit Januar.

Mit hochgeschnallten Steigbügeln läuft er sich warm.

Jetzt kommen Gummi-Ausbinder dran.


Das ist wirklich Paulchen, von dem ich die Hoffnung aufgegeben hatte, er könnte in seinem späten Leben noch einmal lernen, ruhig zu stehen.



Wenn Paulchen protestiert, sieht das so aus:


Und so:


Das arme Pferd!

Was machen sie jetzt?

Auch noch die Steigbügel runter.


Und geklopft wird auf alle Stellen des Körpers.



Die Steigbügel flattern und Paulchen galoppiert vier Runden ohne sich ein einziges Mal in der Hinterhand zu verhäkeln.


Das Pferd kennt die Routine schon. Wenn er Zaumzeug + Sattel + Ausbinder + fliegende Steigbügel absolviert hat, wird auf ihm herumgeturnt.



Deshalb schaut er jetzt auch so verschreckt.

Gar nicht so einfach mit dem einseitigen Gewicht.



Wir wanken die Halle hoch.


Umgedreht wird noch ohne Reiter.

Während der Turnübung zurück vergesse ich das Fotografieren. Denn Paulchen schaut mir dabei in die Augen.


Wenn Pferde sprechen könnten. Alle Beteiligten haben den Eindruck, er weiß längst, worum es wirklich geht und fragt sich, warum die Freundin so unbequem auf ihm hängt anstatt gleich richtig in den Sattel zu sitzen.


Das war Paulchen am Dienstag. Stephan folgt im nächsten Kapitel.

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