Vereinbart war, dass die Junx um 8:45 Uhr verladen werden. Ich habe zugesichert, dass sie das kennen und können. Dennoch war ich ab 9:00 Uhr nervös. Zwanzig Minuten später endlich der Anruf. Es verzögere sich alles um eine Stunde, einer der Junx habe sich verletzt. Ich sofort: "Oh nein, Paulchen!" Antwort: "Sind Sie jetzt wach? Wir sind schon auf der Autobahn, die Verladung lief völlig problemlos." Innere Notiz: Nudelholz besorgen.
Später erneuter Anruf: das Navi hat aufgegeben, sie seien gerade in XY. Ich gebe kristallklare Anweisungen, wie man uns ohne Navi findet. Zehn Minuten später Anruf: da gab es kein Schild YZ, wir sind jetzt bei Baumarkt BekannterName. Oh, da müssen sie noch ein Weilchen bis zur nächsten Ausfahrt. Kurze Diskussion, dass das kein Umweg ist, da sind sie schon bei der Ausfahrt. Wie schnell fährt dieser Mensch eigentlich?? Jetzt fragt er, ob er die Ausfahrt mit 130 km/h schaffen wird. Ich bekomme die Krise, denn er muss noch kurz einen Porsche überholen. Er sieht das Schild zum Baggersee und will dort noch schnell baden gehen. Mit den Junx. Jetzt reicht's, er soll vorsichtig die Kurven hochfahren und sich wieder melden, wenn er in unserem Dorf einfährt. Ich werde währenddessen fünf Nudelhölzer organisieren.
Viel zu früh ruft er erneut an. Sie sind schon wieder aus unserem Dorf draußen!!! Ich habe noch kein einziges Nudelholz parat, das wird verschoben, denn sie kommen endlich. Ich sitze unter meinem Baum, dieses Mal funktioniert die Kamera. Und was ich sehe, lässt mich sämtliche Nudelhölzer einpacken. Der bekannte Transporter erscheint am Horizont und fährt so langsam und vorsichtig, dass er sich beinahe zum Verkehrshindernis entwickelt.

Die Kurve im Zeitlupen-Tempo.

Sämtliche Steine fallen von meinem Herzen, bis ich es klopfen höre. Paulchen ist unruhig geworden, seit die Fahrt so super-zeitlupen-langsam verläuft.
Der Chef fragt, wer das letzte Mal zuerst ausgeladen wurde. Wir rekonstruieren: Stephan. "Echt?" "Ganz sicher." "Und das ging gut?" "Ja, warum?" "Ach nichts."
Dieses Mal wird Paulchen, unser Seelchen zuerst ausgeladen. Wäre er der zweite gewesen, hätte er noch nervöser werden können, wenn Stephan nicht mehr bei ihm steht.

Oh - ein neuer Mensch! Aber er mag diesen Menschen, das Entladen funktioniert reibungslos.
Der neue Mensch muss nur aufpassen, dass Paulchen nicht vor lauter Schreck auf seine Füße tritt.
Paulchens klassisch schräger Blick - als er damals in der Klinik ankam, konnte er vor lauter um seinen Patenonkel herumrennen nicht einmal so schauen.

Stephan hat die Orientierung etwas verloren, aber dem wird geholfen. Das ganze sieht dramatischer aus, als es abläuft. Wenn ich das sage, ist dem auch so.
So ruhig läuft es eigentlich ab:
Geschafft, unsere Hübschen machen sich auf den Weg in den Stall.
Paulchen entdeckt Lara - schiefer entzückter Blick.

Paulchen entdeckt den Stall - Stephan schaut sich allgemein um.
Da sind unsere drei auf dem Paddock. Wir stellen Fandango in die Mitte, damit die drei später problemlos miteinander auf die Koppel können. Denn die beiden anderen sind wie Pat und Patachon, sollte Pat Fandango schon kennen, könnte Patachon Probleme bekommen oder machen. Der bisherige Boxen-Nachbar von Fandango ist so erstaunt über den Zwerg, dass er vorsichtshalber den Kopf senkt. Aber der wird sich noch umschauen.
Auch die Stute neben Paulchen ist hoch interessiert. Da haben wir vermutlich einen Denkfehler gemacht. Weil Stephan sein Heu unter der Tränke will - er macht es gerne nass - haben wir ihn neben den Wallach gestellt. Ich hätte es von der Woche in der Klinik wissen müssen. Paulchen und Stuten ist schlimmer, als ob er kein Pferd neben sich stehen hat. Sie bemüht sich aufrichtig, aber keinerlei Chance.
Fandango bekommt die Mähne geflochten, gleich geht er reiten.
Zunächst ist Paulchen so ruhig, dass ich wirklich glaube, seine Tigerei hätte ein Ende gefunden. Aber als Fandango zum Reiten geht, ist es um ihn geschehen. Auf der einen Seite eine Stute, auf der anderen Seite nichts und dann sein geliebter Stephan. Unerreichbar. Paulchen fängt an zu tigern.
Und Stephan wäre auch gerne bei seinem Kumpel.
Kann man da durchklettern? Ernsthaft - ich habe mir Sorgen gemacht. Paulchen ist mein Seelchen, der gesamte Stall sagt mir, wie damals in der Klinik, dass er sich beruhigen wird. Natürlich wird er das, irgendwann wird jede Seele müde.
Letztendlich hat er sich beruhigt. Stephan hat Matches mit Fandango und dem großen Nachbarn absolviert, Paulchen und ich waren Schiedsrichter. Stephan führt, aber ob ich das witzig finden soll? Rest morgen - es gibt noch eine Menge Bilder dieses Tages, aber höhere Kräfte halten mich davon ab, sie heute zu veröffentlichen. *gähn*
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